Steuerveranlagung / Steuerbezug

In Zusammenarbeit mit der Firma BDO Visura, Aarau, wurden in 17 Gemeinden die Erfahrungen mit dem neuen Steuergesetz und dem damit verbundenen Systemwechsel zur einjährigen Gegenwartsbesteuerung ausgewertet

Im Herbst 2005 initialisierte die IG Benchmarking das Projekt Steuerveranlagung und Steuerbezug. Mit dem Projekt wird bezweckt, die Erfahrungen mit dem neuen Steuergesetz und dem damit verbundenen Systemwechsel von der zweijährigen Vergangenheitsbemessung zur einjährigen Gegenwartsbesteuerung auszuwerten. Mit der Durchführung des Auftrages wurde BDO Visura beauftragt. Das Projekt wurde von einem Projektausschuss begleitet. Diesem gehörten an:

  • René Küng, Leiter Finanzen, Stadt Zofingen (Präsident)
  • Thomas Böhm, Controller, Stadt Baden
  • Roland Aregger, Kantonales Steueramt Aarau

Der Projektstart ist am 8. Juni 2006 definitiv erfolgt, nachdem sich siebzehn Gemeinden für die Teilnahme am Projekt entschlossen haben. Bereits am 16. November 2006 konnte das Projekt abgeschlossen werden. Das Projekt wurde in die Teilprojekte "Steuerveranlagung" und "Steuerbezug" aufgeteilt.

Teilbereich "Steuerveranlagung"
In den Jahren 2000 bis 2005 waren die Steuerämter grossen Veränderungen unterworfen. Einerseits wurde das neue Steuergesetz mit der einjährigen Veranlagungsperiode eingeführt, andererseits musste dieser Mehraufwand abgeschätzt und personell abgedeckt werden. Die Steuerämter haben ihre Aufgaben gut gelöst. Der Personalbestand wurde um durchschnittlich 21% erhöht. Das Arbeitsvolumen (Steuerpflichtige) pro 100%-Stelle hat sich im gleichen Zeitraum um durchschnittlich 9% reduziert. Dabei wurde festgestellt, dass sich die Streuung zwischen den verfügbaren Arbeitspensen der einzelnen Steuerämter in den Jahren 2000 - 2005 verringert hat. Die Steuerämter sind grösstenteils mit dem zur Verfügung stehenden Arbeitspensum zufrieden. Bei 12 von 17 Gemeinden arbeitet eine oder mehrere Personen, welche den Fachausweis für Steuerfachleute besitzt. Alle Gemeinden unterstützen die Weiterbildung in finanzieller und zeitlicher Hinsicht. Die Kosten pro 100%-Stelle auf einem Steueramt liegen bei rund CHF 105’000. In der Tendenz sind die Kosten pro 100%-Stelle umso geringer, je grösser die Gemeinde ist. Eine gleiche Tendenz ist beim Vergleich der Kosten pro Steuerpflichtiger nicht festzustellen. Easy-Tax wie auch VERANA haben bei den Steuerämtern eine hohe Akzeptanz. CUT als Bestandteil von VERANA wird jedoch nur von rund der Hälfte der Steuerämter als Arbeitsmittel eingesetzt. Scanning hat es nach wie vor schwer auf dem Markt. Als Hauptgrund für die Nichtanwendung wird die geringe Effizienz und Qualität angeführt. Gemeinden, welche Scanning anwenden, behaupten das Gegenteil.

Steuerveranlagung Grafik 2 (PDF, 11 KB)
Steuerveranlagung Grafik 9 (PDF, 12 KB)
Steuerveranlagung Grafik 12 (PDF, 11 KB)

Teilbereich "Steuerbezug"
Das neue Steuergesetz hat zur Folge, dass der Anteil der provisorischen Steuern an den Steuerausständen zunahm. Die Finanzverwaltungen und das Kantonale Steueramt haben für die Bewältigung dieser Problematik eine adäquate Problemlösung gefunden. Für den Steuerbezug werden im Durchschnitt 13 Stellenprozente pro 1’000 Steuerpflichtige eingesetzt. Die Bandbreite bewegt sich zwischen 7 und 29 Stellenprozente pro 1’000 Steuerpflichtige. In der Handhabung des Steuerbezuges bestehen zwischen den einzelnen Gemeinden grosse Unterschiede. Der Steuerausstand in % des Sollbetrages bewegte sich per 31.12.2005 zwischen 9,6% und 33%. Die Veränderungen gegenüber dem 31.12.2001 betrugen zwischen -26% und + 48%. Die Bevölkerungsstruktur hat einen erheblichen Einfluss auf die Höhe der Steuerausstände. Gemeinden mit tiefer Steuerkraft haben in der Regel höhere Steuerausstände und mehr Betreibungen.

Steuerbezug Grafik 1 (PDF, 11 KB)
Steuerbezug Grafik 4 (PDF, 11 KB)
Steuerbezug Grafik 6 (PDF, 10 KB)
Steuerbezug Grafik 8 (PDF, 11 KB)
Steuerbezug Grafik 13 (PDF, 10 KB)