Studienreise nach Spittal an der Drau / Österreich
Entsprechend der Absicht, das Preisgeld aus dem Gewinn des Prix du Service Public für Weiterbildung und spezielle Projekte einzusetzen, unternahmen Gemeindeammann Heinz Senn und Finanzverwalter Andreas Kallmann vom 19. - 23. Juli 2000 eine Studienreise in
Die Delegation aus Oftringen wurde von den Vertretern der Stadt sehr herzlich aufgenommen. Die Vergleiche der demokratischen Grundstrukturen und des Rechnungswesen zeigen sehr viele Ähnlichkeiten. Grundsätzlich sind aber die Begriffe für Ämter, Behörden, usw. verschieden, so waren zuerst einige klärende Worte nötig, damit alle unter den verschiede-nen Begriffen die gleichen Inhalte verstanden.
Besonders überzeugt haben die Kennzahlen, resp. deren Erarbeitung. Das Projektidee geht davon aus, dass die Abteilungsleiter selber definieren, welche Daten für sie relevant sind. Sie übernehmen damit auch die Verantwortung für die Ergebnisse. Mit Hilfe der Finanzab-teilung wurden die Zahlen erarbeitet und nun jährlich aktualisiert. Im Mehrjahresvergleich werden diese Daten zur Führung der Betriebe angewendet.
Die Kennzahlen werden pro Bereich in 5 Punkte gegliedert:
1. Personal (Bestand, Stunden, Weiterbildung, usw.)
2. Finanzen (Ausgaben und Einnahmen inkl. Investitionen)
3. Leistungsbereich (Erbrachte Leistungen)
4. Kennzahlen
5. Erläuterungen - Entwicklungsvorschläge - Anregungen - Perspektiven
Aus den detaillierten Kennzahlen-Berichten zu den 36 einzelnen Bereichen wird zudem ein one-page-management-Bericht an den Bürgermeister (den aargauischen Gemeindeam-mann) erstellt..
Im Vergleich zum Benchmarking-Projekt der aargauischen Gemeinden wurde ein anderes Vorgehen gewählt, denn die Österreicher sind über das kennzahlenorientierte Berichtswesen zum Benchmarking gekommen. Im Zentrum steht der Gedanke, das erworbene Wissen und den Nutzen aus diesem Projekt auch anderen Städten in Österreich zur Verfügung zu stel-len. Dabei müssen die Kennzahlen dauernd angeglichen werden. Dieser Prozess ist immer noch im Gange, damit Gleiches mit Gleichem verglichen werden kann. Viele Gemeinsam-keiten mit unserem Projekt waren zu erkennen. Am Wichtigsten ist schlussendlich, dass sich die Beteiligten mit den Projekten und den Resultaten auseinandersetzen. Da es sich um ei-nen Prozess handelt, sind die Erkenntnisse daraus der eigentliche Gewinn. Der Satz "Der Weg ist das Ziel" bekommt dadurch seine Bedeutung.
Die kulturbewusste Stadt mit 16`000 Einwohner hat einiges an Attraktivitäten zu bieten. Be-sonders zu erwähnen sind die bekannten Komödienspiele. Herzlich war auch die Aufnahme, die interessanten persönlichen Begegnungen, der Gedankenaustausch und die sprichwörtli-che österreichische Gastfreundschaft, welche die Reise zu einem echten Erlebnis werden liess. Die Mehrsprachigkeit (slowenisch, italienisch, deutsch), die Berge und Seen stellen einige Parallelen zu unserem Land dar.
Ganz herzlich danken wir an dieser Stelle auch dem Finanzverwalter, Herrn Magister Erich Kofler, Herrn Gaggl, dem Verantwortlichen für das sich im Aufbau befindliche Rech-nungswesen mit Kostenstellen, und weiter Herrn Roland Ebner, für die Gastfreundschaft und die interessanten Diskussionen.
Als Mitinitiator des Fachhochschul-Studienganges "Kommunales Management am Techni-kum Kärnten" hat uns Dr. jur. Roland Ebner auch auf die Möglichkeit einer Zusammenarbeit oder eines Gedankenaustausches auf dieser Ebene hingewiesen. Möglich wäre auch ein halbjähriges Praktikum eines Fachhochschulstudenten (Niveau HWV) in einem Projekt einer Gemeinde (siehe auch Rubrik Forum).
