4 Projekte abgeschlossen
Die Interessengemeinschaft Leistungsvergleiche (IG Benchmarking), der 17 Aargauer Gemeinden angehören, hat kürzlich eine Reihe von weiteren Projekten abgeschlossen. Auf dieser Web-site können die Resultate unter der Navigation "Projekte" abgefragt werden.
Die neuen Resultate wurden dem Lenkungsausschuss, bestehend aus Vertretern der jeweiligen Gemeinde- und Stadträte, anschliessend in einem Workshop präsentiert. Als neue Benchmarkingprojekte wurden Leistungsvergleiche aus den Bereichen Feuerwehr, Betreibungsamt, Friedhof und Spitex vorgeschlagen, deren Resultate nun auch vorliegen. Die beteiligten Gemeinden haben mit den gelieferten Daten ein Instrument erhalten, um geeignete Massnahmen zu treffen. Zahlreiche grafische Auswertungen und weitere Details zu den Auswertungen können unter www.ig-benchmarking.ch im Internet studiert werden.
Feuerwehr
Die Feuerwehren sind immer wieder ein Thema, wenn es um die Finanzen geht. Die oft naheliegenden Fusionen werden aber oft bestritten, weil die Feuerwehr auch ein Stück Kultur und Identität einer Gemeinde darstellt. Je fünf Stützpunktfeuerwehren und fünf Gemeindefeuerwehren haben sich an dem Vergleich beteiligt.
Grundsätzlich gilt es zwischen Stützpunktfeuerwehren und Gemeindefeuerwehren zu unterscheiden. Die Untersuchung hat gezeigt, dass die Kosten pro Einwohner mit der Grösse der Gemeinde sinken. Ein klares Zeichen für Fusionen von Gemeindefeuerwehren, wenn dies die Rahmenbedingungen (längere Reaktionszeit, politische Durchsetzbarkeit, usw.) zulassen.
Betreibungsamt
Die Betreibungsämter werden sowohl von den Gemeinden selbst wie auch im sogenannten Sportelsystem auf eigene Rechnung des Betreibungsbeamten geführt. Die Gemeinden beteiligen sich beim Sportelsystem oft noch zusätzlich mit einem Beitrag an den Auslagen des Betreibungsbeamten.
Mit abweichenden Bearbeitungszeiten von 1.2 bis 1.8 Stunden pro Fall sind bei der Effizienz doch beachtliche Unterschiede festzustellen. Klar ist nun auch, dass die Gemeinden mit Sportelsystem finanziell den kürzeren ziehen. Das vielgelobte Outsourcing stellt bei näherer Betrachtung in diesem Fall keine günstige Lösung dar. Die in die Verwaltung integrierten Betreibungsämter bringen den Gemeinden unter dem Strich zusätzliche Einnahmen. Tendenziell gilt die Regel: je grösser das Betreibungsamt, umso kostengünstiger ist der Betrieb. Nicht beurteilt werden konnte hingegen die Qualität der Arbeit und da sind wohl eher die kleinen Betreibungsämter effizienter, weil sie näher beim "Kunden" sind.
Spitex
Die Spitex wird vom eigenen Branchenverband genau unter die Lupe genommen. Aus Sicht der Gemeinde interessiert in erster Linie auch nicht der Betrieb der Spitex, sondern die Höhe der Beiträgen der verschiedenen Gemeinden zugunsten ihrer lokalen Spitexorganisationen. Zudem ist das Leistungsangebot, das für die Allgemeinheit erbracht wird, von grossem Interesse. Der Gemeindebeitrag pro Einwohner stellt eine finanzielle Grösse dar. Je nach Ausbau der Spitex im Dorf oder der Stadt ist aber auch der Gemeindebeitrag pro Patient interessant. Hier zeigen sich sehr grosse Abweichungen. Da sind wohl oft Quersubventionen an die hauswirtschaftlichen Leistungen im Spiel. Beispielhaft wird die Frage aufgeworfen: Soll die Gemeinde private Raumpflegerinnen subventionieren? Diese Frage muss auf politischer Ebene beantwortet werden.
Friedhof
Die Leistungen in den Friedhöfen - vor allem die Kosten - werden selten in Frage gestellt. Falls sie ins Spiel gebracht werden, sind damit Emotionen verbunden und es wird an die Pietät der Verantwortlichen appelliert. Für die Einen steht ein einheitlich und perfekt gestalteter Friedhof im Vordergrund. Anderen wiederum schwebt ein möglichst naturbelassenes Areal als letzte Ruhestätte vor. Der Vergleich der Friedhöfe inkl. qualitativer Bewertung hat interessante Resultate hervorgebracht. Jeder Friedhof wurde von einer externen Firma separat bewertet. Die Friedhofanlagen, welche am besten im Schuss waren, verursachten tendenziell auch die höchsten Kosten. Hier sind klare Leistungsziele der politischen Behörde zu definieren. Dabei sind keine klaren Unterschiede zwischen eigener Bewirtschaftung und der Pflege durch Dritte auszumachen. Die Kapazität der Friedhöfe hat bei zwei Gemeinden Handlungsbedarf aufgezeigt.
Bereits früher sind Untersuchungen in den Gebieten Abfall, Volksschule, Musikschule und Steuerämter durchgeführt worden. Noch in Arbeit ist das umfangreiche Projekt des Vergleichs der Kernbereiche der Verwaltungen. Sechs Verwaltungen haben während eines Jahres alle Arbeitsstunden nach einem einheitlichen Produktekatalog rapportiert. Die Vergleiche daraus werden nun erstellt und unter den Abteilungsverantwortlichen der beteiligten Gemeinden besprochen. Vom Besten lernen heisst die Maxime.
Die Projektleitung - zusammengesetzt aus Vertretern der verschiedenen Gemeinden und des kant. Gemeindeinspektorates - ist immer noch voll motiviert. Neue Projekte (Frei- und Hallenbad, Bauamt und Sozialwesen) sind bereits geplant. Der Startschuss dazu wird im nächsten Jahr fallen.
